Die Geschichte des Vereins

GEMEINSCHAFT BILDENDER KÜNSTLER STRAUBING e.V.

Die Menschen in Deutschland erwachten aus der Beklemmung des 2. Weltkrieges und den Traumata, denen sie unter der nationalsozialistischen Herrschaft ausgesetzt waren. Hoffnung und Lebensmut kehrten ein in die Gesellschaft der jungen Nachkriegszeit.

So wurde das Jahr 1949 in der BRD ein Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung. Es war ein Jahr der Gründungen: Gründung der NATO, Gründung der BRD, Gründung der DDR, Gründung des DGB, Gründung des Deutschen Journalistenverbandes, 1. Sitzung des Europarates und Verkündung des Grundgesetzes.


Diese Aufbruchstimmung war jedoch nicht nur in der politischen Landschaft zu vermerken, sondern setzte sich fort in den verzweigten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, so auch auf dem Gebiet der Kultur und der Kunst.

In diese Zeit fielen auch die Wiedereröffnungen zahlreicher Museen in der BRD, Beispiel gebend die Bayerische Staatsgalerie für moderne Kunst in München und das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt sowie die Gründungen von Vereinen und Gemeinschaften.


So auch in Straubing. Kunstschaffende aus Straubing und der näheren Umgebung fanden sich zusammen und verspürten die Notwendigkeit zusammen Einfluss auf das kulturelle Leben in der Stadt Straubing zu nehmen und sich mit ihrer bildnerischen Arbeit einzubringen und auf sich und die bildende Kunst aufmerksam zu machen. Dazu war es notwendig die Werke öffentlich zu zeigen.

So entwickelte sich das Ziel eine Vereinigung von Künstlern zu schaffen, die diese Ansprüche verwirklichen konnte.

Gefördert wurde diese Absicht von dem damaligen und kunstsinnigen Vorsitzenden des Kultursenats der Stadt Straubing. So kam es im Herbst 1949 zur Gründung einer losen Gemeinschaft von bildenden Künstlern, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Den Vorsitz hatte Karl Tyroller für vier Jahrzehnte übernommen.


Nach seinem Tod im Jahr 1989 hat sich die Gemeinschaft Bildender Künstler Straubing im Jahre 1990 den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins gegeben. Die neue Vorsitzende wurde für die nächsten 21 Jahre die Malerin Gertrud Christ. 2011 übernahm der jetzige Vorsitzende Erich Gruber das Amt seiner Vorgängerin.

Seit dem Jahr 1950, in dem die erste Ausstellung stattfand, hat die Gemeinschaft kontinuierlich zwei Halbjahresausstellungen im Sommer und im Winter im Rathaussaal, im Rittersaal und im Salzstadel durchgeführt. Aktuell hat die GBK seither 138 Halbjahresausstellungen organisiert.


Zwei entscheidende Veränderungen erfuhr die Entwicklung der Gemeinschaft Bildender Künstler durch die Anmietung des Weytterturms im Jahre 1990 und durch die Beteiligung an der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung im Jahre 2004.

Durch die Anmietung des Weytterturms von der Städtischen Wohnungsbau GmbH und durch die gezielte und großzügige Förderung durch die Stadt Straubing kann die Gemeinschaft dieses Ausstellungslokal ganzjährig in Eigenregie bespielen. Diese Möglichkeit hat die GBK verantwortungsvoll und kreativ genutzt, um das kulturelle Leben in der Stadt Straubing zu bereichern und die Kunstinteressierten mit hochwertigen Ausstellungen zu beschenken. Mittlerweile konnten fast 200 Einzel- oder Gruppenausstellungen im Weytterturm gezeigt werden.

Durch die Entsendung von zwei Mitgliedern der Gemeinschaft Bildender Künstler in das Kuratorium der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung ist die GBK in die Stiftung aktiv eingebunden. Mit der Vergabe des mit 15 000 € hoch dotierten und damit in Niederbayern einmaligen Preises und einer Preisträgerausstellung im Weytterturm können hochqualifizierte Künstler ihre Arbeiten in Straubing präsentieren.

Neben dem genannten Ausstellungswesen gibt es noch etliche andere Aktivitäten, die den rund 75 Mitgliedern der Künstlergemeinschaft durch Kooperationen Möglichkeiten geben, ihre Arbeiten zu präsentieren: im Salon „Klein aber fein“ das Bild des Monats, im Schauraum der Goldschmiede Talisman, in den Räumen des Gründerzentrums im Hafen Straubing-Sand oder seit neuestem in der Reihe „Kunst in der Christuskirche“.

Seit den 1980er Jahren bietet die GBK jährlich Mal- und Studienfahrten an, die in den letzten zwei Jahrzehnten alle zwei Jahre zur Kunst-Biennale nach Venedig führten. Die Coronakrise beschränkte Ausstellungswesen und Vereinsleben in den letzten fast zwei Jahren sehr stark. Doch die Hoffnung besteht, dass die Pandemie überwunden werden und die GBK wieder Fahrt aufnehmen kann.

Im Jahr 2024 kann dann die GBK ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Diese Tatsache ist für selbstverwaltete Künstlergemeinschaften ein doch ungewöhnliches Ereignis, das gebührend gefeiert werden sollte.


Erich Gruber (im Sommer 2021)

 

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